Fünf kostenlose Tools, mit denen ich mein Business mit KI führe: Obsidian, HyperFrames, Cloudflare, Convex und GitHub
Viele Selbstständige zahlen jeden Monat für eine Handvoll Abos: Webseiten-Baukasten, Automatisierungs-Tool, Notiz-App, Videoschnitt. Bei mir laufen große Teile des Business auf fünf Werkzeugen, deren Grundversion kostenlos ist. Den Rest erledigt die KI.
Hier bekommst du für jedes Werkzeug: was es ist (ohne Fachchinesisch), was es bei mir macht, was es laut Anbieter kostet und einen Prompt, mit dem du es mit Claude oder der KI deiner Wahl verbindest.
1. Obsidian: dein Wissen, das die KI liest
Was es ist: Eine Notiz-App, in der alles als einfache Textdateien in einem Ordner liegt. Bei mir steckt mein ganzes Business-Wissen darin: Angebote, Kundenanfragen, Skripte, Ideen. Weil es nur ein Ordner ist, kann meine KI ihn lesen, bevor sie loslegt, und weiß sofort, wie ich arbeite. Ich muss nicht jedes Mal alles neu erklären.
Kosten: Laut Preisseite von Obsidian ist die App ohne Limits kostenlos, auch ohne Anmeldung. Bezahlt werden nur optionale Zusätze wie Synchronisation zwischen Geräten. Eine Lizenz für die kommerzielle Nutzung ist ausdrücklich freiwillig.
So verbindest du es mit Claude:
Ich nutze Obsidian mit diesem Ordner als Wissensspeicher für mein Business. Lies die Ordnerstruktur und lege in der obersten Ebene eine Datei CLAUDE.md an, in der steht: wer ich bin, was ich anbiete, für wen, in welchem Ton ich schreibe und wo du was findest. Stell mir dazu erst fünf Fragen, dann schreib die Datei. Lies diese Datei ab jetzt immer zuerst, bevor du arbeitest.
Eine ausführliche Anleitung findest du hier: Zweites Gehirn mit Obsidian und Claude Code.
2. HyperFrames: Videos, die die KI schneidet
Was es ist: Ein Open-Source-Werkzeug, mit dem KI-Agenten Videos bauen, animieren und als Datei ausgeben. Ich sage Claude nur noch, was ich sehen will, etwa „Mach das Panel größer“, und das Video entsteht. Auch meine Reels sind so entstanden.
Kosten: Die Software ist kostenlos und steht unter der Apache-2.0-Lizenz (Open Source). Sie hat über 54.000 Sterne auf GitHub. Claude selbst brauchst du dafür, und das ist ein Abo.
So verbindest du es mit Claude:
Richte HyperFrames für mich ein (heygen-com/hyperframes auf GitHub) und prüfe mit dem Doctor-Befehl, ob alles läuft. Ich bin kein Techniker: Erkläre mir, was fehlt, und installiere es nach meiner Freigabe. Erstelle danach ein 10-Sekunden-Testvideo im Hochformat mit dem Text „Hallo, ich bin [dein Name]" auf einfachem Hintergrund.
3. Cloudflare: deine Webseite ohne Baukasten-Abo
Was es ist: Ein Dienst, der deine Webseite im Internet bereitstellt (das nennt man Hosting). Meine Webseite hat Claude für mich gebaut, und sie läuft auf Cloudflare. Das Hosting kostet mich jetzt nichts mehr. Ich zahle weder eine Agentur noch Baukastensysteme wie OnePage oder Wix, bei denen du dir mühsam deine Seiten zusammenklicken musst.
Kosten: Cloudflare Pages hat einen kostenlosen Tarif mit unbegrenzten Webseiten, Besuchern und Bandbreite. Die Dokumentation nennt Grenzen, zum Beispiel 500 Builds (Neuveröffentlichungen) pro Monat. Deine Domain, also die Adresse, kostet separat ein paar Euro im Jahr.
So verbindest du es mit Claude:
Baue mir eine einfache Webseite für mein Business [Kurzbeschreibung: Wer bin ich, was biete ich an, für wen]. Sie soll auf Cloudflare Pages im kostenlosen Tarif laufen. Erkläre mir Schritt für Schritt, wie ich ein kostenloses Cloudflare-Konto anlege, und veröffentliche die Seite danach für mich. Nimm keine kostenpflichtigen Dienste, ohne vorher zu fragen.
Wie du dir mit Claude eine ganze Webseite baust, zeige ich im KI-Website-Workshop.
4. Convex: das Gedächtnis hinter deiner Webseite
Was es ist: Eine Datenbank, also ein Speicher, in dem deine Webseite Dinge ablegt: Kontakte, Bestellungen, Einstellungen. Darauf läuft auch meine selbstgebaute Kommentarautomatik auf Instagram, mein ManyChat-Klon. Sie hat in den letzten Wochen ohne mein Zutun über 14.000 Kommentare beantwortet und jeder Person den Link zu dem geschickt, was sie haben wollte.
Kosten: Convex hat laut Preisseite einen kostenlosen Tarif („Free & Starter“, 0 US-Dollar pro Monat). Wächst dein Projekt über die Grenzen hinaus, zahlst du nach Verbrauch. Für den Start und kleine Projekte brauchst du nichts zu bezahlen.
So verbindest du es mit Claude:
Ich möchte [z. B. eine Anmeldeliste / eine kleine Kunden-App / eine Kommentar-Automatik] bauen und dafür Convex als Datenbank im kostenlosen Tarif nutzen. Erkläre mir in einfachen Worten, was du vorhast, lege das Convex-Projekt mit mir zusammen an und baue den ersten funktionierenden Teil. Sag mir vorher, wenn etwas Geld kosten würde.
Mehr dazu: Kostenloses Datenbank-Tool: Bau dir mit Claude Code deine eigenen Apps und Bye-bye ManyChat.
5. GitHub: der Rückgängig-Knopf
Was es ist: Ein Online-Speicher für Software und Projektdateien, mit Versionsverlauf. Ich sag mal so: ein großer Rückgängig-Knopf für alles, was die KI für mich baut. Das ist ein bisschen ein Nerd-Tool, aber du kannst deine Software und Dateien damit revisionssicher ablegen. Wenn Claude etwas an meiner Webseite kaputt macht, springe ich einfach auf den Stand von gestern zurück und wir schauen in Ruhe, was schiefgelaufen ist.
Kosten: Ein persönliches GitHub-Konto mit privaten und öffentlichen Projekten ist kostenlos. Für größere Teams gibt es Bezahl-Tarife.
So verbindest du es mit Claude:
Richte für dieses Projekt ein privates Repository auf GitHub ein (ich habe noch kein Konto, führe mich Schritt für Schritt durch die Anmeldung). Speichere den aktuellen Stand. Ab jetzt speicherst du nach jeder größeren Änderung einen neuen Stand mit einer verständlichen Beschreibung. Erkläre mir zum Schluss in zwei Sätzen, wie ich jederzeit zum Stand von gestern zurückkomme.
Ehrlich: Was „gratis“ heißt
- ✅ Die fünf Werkzeuge haben eine kostenlose Grundversion. Claude selbst, mit dem du sie bedienst, ist ein Abo. Das rechne ich nicht weg.
- ✅ Gratis-Tarife haben Grenzen. Für den Start und kleine Projekte reichen sie. Wächst dein Geschäft, kann später etwas kosten. Das siehst du vorher in den Preisseiten.
- ✅ Kleine Nebenkosten bleiben. Eine eigene Domain kostet ein paar Euro im Jahr.
- ✅ Zeit ist auch ein Preis. Die erste Einrichtung braucht einen freien Nachmittag. Danach läuft vieles von allein.
- ✅ Datenschutz. Lege Kundendaten nur dort ab, wo du sie nach der DSGVO ablegen darfst, und prüfe die Einstellungen deiner Konten.
Stand dieser Anleitung: Ich habe die Preisseiten und Repositories am 30.09.2026 geprüft. Preise und Grenzen können sich ändern.
Häufige Fragen
Muss ich alle fünf nutzen?
Nein. Starte mit einem. Für die meisten ist Obsidian der beste Einstieg, weil du keine Technik brauchst. Wer eine neue Webseite plant, beginnt mit Cloudflare.
Was kostet mich das Ganze im Monat?
Für die fünf Werkzeuge im Gratis-Tarif 0 Euro. Dazu kommen Claude (Abo) und deine Domain. Alles, was darüber hinausgeht, steht vorher in den Preisen der Anbieter.
Ich bin nicht technisch. Schaffe ich das?
Ja, weil du mit Claude ganz normal auf Deutsch sprichst und die KI die Technik übernimmt. Die Prompts oben sind so gebaut, dass Claude dich Schritt für Schritt führt und vor jeder Änderung nachfragt.
Keine Lust, dir das selbst zusammenzubauen?
Verständlich 😄 In meiner kostenlosen Community kannst du jederzeit in einen bezahlten Plan (Premium oder VIP) upgraden. Dann bekommst du meine fertigen Setups und Workflows (dieselben, mit denen meine eigenen KI-Agenten arbeiten), und Claude passt sie nur noch an dein Business an.
Und jetzt du
Such dir heute ein Werkzeug aus, nimm den passenden Prompt und leg los. Schreib mir auf Instagram, womit du gestartet bist, ich freue mich über jede Nachricht. ❤️
PS: Falls du über „Kommentiere GRATIS“ hierher gekommen bist – die DM kam von meinem selbstgebauten System. Wie du dir das baust, zeige ich dir in meiner kostenlosen Community: hier geht's direkt zum Video. 😉