MiroFish: Dein Angebot vorab an tausenden KI-Kunden testen, kostenlos und Open Source

Von Ernst Neumeister · Lesezeit ca. 6 Minuten

Du hast ein neues Coaching-Angebot, einen Workshop-Preis oder eine Webinar-Seite, und kurz vor dem Start fragst du dich: Kauft das wirklich jemand? Meistens fragst du dafür zwei, drei Freunde. Die sind nett und wollen dich nicht enttäuschen.

MiroFish ist ein kostenloses Tool, das dir stattdessen einen ganzen Schwarm aus simulierten KI-Kunden gegenüberstellt. Hier bekommst du: was es kann, was es wirklich kostet (inklusive Kleingedrucktem), die Einrichtung mit Claude und einen ersten Test für dein eigenes Angebot.

Was MiroFish kann

MiroFish baut aus dem Material, das du hineingibst, eine digitale Parallelwelt mit tausenden KI-Figuren. Jede hat eine eigene Persönlichkeit, ein eigenes Gedächtnis und ein eigenes Verhalten. Die Figuren reagieren aufeinander und auf dein Material, und am Ende schreibt das Tool dir einen Bericht darüber, was passiert ist.

Für dein Business heißt das:

Kurz erklärt: Open Source heißt, der Programmcode ist öffentlich. GitHub ist die Plattform, auf der solche Projekte liegen, und ein Stern ist dort so etwas wie ein Like.

Fairerweise: Das Projekt ist ursprünglich für Meinungsbilder zu Nachrichten, PR und Ähnliches gedacht. Ein fertiger „Launch-Test-Knopf“ ist es nicht. Du fütterst es mit deinem Angebot als Ausgangsmaterial und stellst die passende Frage, genau dabei hilft dir der Prompt weiter unten.

Was du brauchst und was es kostet

„Kostenlos“ stimmt für das Tool selbst. Der Programmcode kostet nichts. Aber MiroFish ist nichts zum Draufklicken, sondern läuft auf deinem eigenen Rechner, und die KI dahinter kostet ein bisschen:

  1. Ein Rechner mit Node.js, Python und uv. Das sind drei Programme, die MiroFish im Hintergrund braucht. Laut Anleitung: Node.js ab Version 18, Python 3.11 oder 3.12. Claude kann dir das installieren, du musst die Namen nicht kennen.
  2. Ein Zugang zu einem KI-Modell (API-Schlüssel). Das ist die KI, die deine Schwarm-Figuren antreibt. Sie rechnet pro Nutzung ab, die Kosten hängen vom Modell und von der Zahl der Runden ab. Die Anleitung empfiehlt das Modell Qwen-plus von Alibaba, es geht aber jeder Anbieter mit OpenAI-kompatibler Schnittstelle.
  3. Ein kostenloses Konto bei Zep Cloud. Das ist das Gedächtnis der Figuren. Laut Anleitung reicht das monatliche Gratis-Kontingent für einfache Nutzung.

Mit Claude einrichten

Am einfachsten geht das in Claude Code, weil es direkt auf deinem Rechner arbeiten darf. Kopiere diesen Prompt:

Richte mir MiroFish auf diesem Rechner ein. Das Projekt liegt hier: https://github.com/666ghj/MiroFish

Geh bitte so vor und erkläre mir jeden Schritt in einfachen Worten:
1. Prüfe, ob Node.js (ab Version 18), Python (3.11 oder 3.12) und uv installiert sind. Fehlt etwas, sag mir, was du installieren willst, und frag mich vorher.
2. Lade das Projekt herunter und kopiere die Datei .env.example nach .env.
3. Sag mir, welche Schlüssel ich in der .env brauche (ein KI-Modell mit OpenAI-kompatibler Schnittstelle und ein Zep-Cloud-Konto) und wo ich sie bekomme. Öffne die .env für mich, ich trage die Schlüssel selbst ein. Ich schicke dir keine Schlüssel im Chat.
4. Installiere alles mit npm run setup:all und starte danach mit npm run dev.
5. Sag mir, wie ich die Oberfläche im Browser öffne (laut Anleitung unter http://localhost:3000) und wie ich alles wieder beende.

Wichtig: Wir fangen mit einer kleinen Simulation an (weniger als 40 Runden), weil die KI-Nutzung sonst teuer werden kann.

Damit hast du MiroFish lokal laufen. Möchtest du es lieber in einem Container starten, sag Claude einfach: „Nimm die Docker-Variante.“ Die Anleitung des Projekts bietet beides an.

Dein erster Test

Jetzt kommt der spannende Teil: dein eigenes Angebot. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern. Den ersten Prompt gibst du Claude, das Ergebnis lädst du dann in MiroFish hoch.

1. Ausgangsmaterial vorbereiten

Bereite mir ein Ausgangsdokument für einen Angebots-Test in MiroFish vor. Mein Angebot: [Landingpage-Text einfügen oder Link]. Mein Preis: [z. B. 490 Euro für ein Gruppen-Coaching]. Meine Zielgruppe: [z. B. Solo-Selbstständige, die mehr Kunden über Instagram gewinnen wollen].

Schreibe daraus ein sauberes Textdokument: was ich anbiete, für wen, zu welchem Preis, mit welchem Versprechen und welchem Ablauf. Erfinde nichts dazu. Wenn etwas fehlt, frag mich.

2. Die Frage an den Schwarm

Wie reagieren Menschen mit unterschiedlichen Berufen und Budgets auf dieses Angebot? Wer würde kaufen, wer zögert, wer lehnt ab, und aus welchen Gründen? Welche Einwände kommen am häufigsten, und was würde die Ablehner überzeugen?

3. Auswertung mit Claude

Hier ist der Bericht aus MiroFish: [Bericht einfügen]. Fasse die drei wichtigsten Einwände zusammen, sag mir, welche davon ich mit einer Änderung an Text, Preis oder Garantie entkräften kann, und schlage mir für jeden Einwand einen konkreten neuen Satz für meine Seite vor. Sag mir auch ehrlich, was du aus dem Bericht nicht ableiten kannst.

Ehrlich: Was du wissen solltest

Stand dieser Anleitung: Ich habe das Projekt auf GitHub am 08.10.2026 geprüft (über 77.000 Sterne, Lizenz AGPL-3.0). Voraussetzungen und Befehle stammen aus der Anleitung des Projekts. Das kann sich ändern, Claude liest beim Einrichten die aktuelle Version.

Häufige Fragen

Ist MiroFish wirklich kostenlos?

Das Tool selbst ja. Du zahlst aber für die KI dahinter (pro Nutzung beim Anbieter deines Schlüssels). Mit einem kleinen Test bleiben das überschaubare Beträge, größere Simulationen kosten mehr.

Muss ich technisch sein?

Du musst nichts programmieren, aber ein paar Dinge bestätigen und zwei Schlüssel besorgen. Claude Code führt dich dabei Schritt für Schritt. Plane für die erste Einrichtung etwas Zeit ein.

Kann MiroFish auch meine Anzeige oder meinen Newsletter testen?

Im Grunde alles, was du als Text beschreiben kannst: Anzeigentext, Betreffzeile, Preisseite, Angebot. Je genauer dein Ausgangsmaterial, desto brauchbarer die Reaktionen.

Wie verlässlich ist das Ergebnis?

Es ist eine Richtung, keine Wahrheit. Ein Schwarm aus KI-Figuren findet gute Schwachstellen in deinem Text, zum Beispiel unklare Versprechen oder einen Preis ohne Begründung. Ob jemand wirklich kauft, zeigt am Ende nur der Markt.

Keine Lust, dir das selbst zusammenzubauen?

Verständlich 😄 In meiner kostenlosen Community kannst du jederzeit in einen bezahlten Plan (Premium oder VIP) upgraden. Dann bekommst du meine fertigen Setups und Workflows (dieselben, mit denen meine eigenen KI-Agenten arbeiten), und Claude passt sie nur noch an dein Business an.

Und jetzt du

Schau dir zuerst die Live-Demo an, lass dann Claude MiroFish einrichten und fahre mit deinem nächsten Angebot einen kleinen Test. Schreib mir auf Instagram, welchen Einwand dir dein Schwarm um die Ohren gehauen hat, ich freue mich über jede Nachricht. ❤️

PS: Falls du über „Kommentiere SCHWARM“ hierher gekommen bist – die DM kam von meinem selbstgebauten System. Wie du dir das baust, zeige ich dir in meiner kostenlosen Community: hier geht's direkt zum Video. 😉

Das Reel zur Anleitung

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