Die fünf KI-Systeme, die du dir mit Claude selbst baust

Von Ernst Neumeister · Lesezeit ca. 9 Minuten

Die meisten Menschen benutzen KI wie eine bessere Suchmaschine: Frage rein, Antwort raus, Fenster zu. Am nächsten Tag fängst du wieder bei null an.

Der eigentliche Hebel liegt woanders. Du kannst dir mit Claude Systeme bauen – Dinge, die dir gehören, die stehen bleiben und die mit jedem Tag besser werden, an dem du sie benutzt. Ich habe mir genau diese fünf gebaut, und sie arbeiten seitdem jeden Tag für mich.

Auf dieser Seite bekommst du alle fünf Baupläne: was das System macht, was du dafür brauchst und den fertigen Prompt zum Kopieren. Du musst nichts programmieren können. Dafür hast du ja deine KI.

Und weil ich dich nicht anlügen will: Ich schreibe dir bei jedem Bauplan dazu, wie lange das realistisch dauert. Die erste laufende Version steht bei allen fünf an einem Wochenende – das ist der leichte Teil. Danach kommt das Feintuning, bis es wirklich zu dir passt, und das zieht sich erfahrungsgemäß über mehrere Wochen. Das ist kein Fehler, das ist normal: Ein System, das dir gehört, wird genau dadurch besser.

Wenn du diese Wochen überspringen willst, gibt es eine Abkürzung – die schreibe ich dir bei jedem Bauplan ehrlich dazu.

Das brauchst du (weniger, als du denkst)

Ein Hinweis vorweg, der dir viel Frust spart: Fang mit einem System an und bring es zu Ende. Fünf halbfertige Systeme bringen dir nichts, ein fertiges verändert deinen Alltag sofort.

Bauplan 1: Dein Dashboard für den Morgen

Was es macht: Eine einzige Seite, die dir jeden Morgen automatisch zusammenträgt, was heute ansteht. Termine, wichtige Mails, offene Aufgaben. Du machst den Rechner an und weißt Bescheid, statt dich durch fünf Programme zu klicken.

Warum es sich lohnt: Das ist das System mit dem schnellsten Effekt. Du merkst schon am ersten Morgen, dass du ruhiger in den Tag startest.

Ich möchte mir ein persönliches Morgen-Dashboard bauen und bin kein Programmierer.

Erkläre mir alles so einfach wie möglich, als wäre ich in der 7. Klasse, und übernimm alles, was ich nicht selbst machen muss.

Das soll es können:
- Eine einzige Seite, die ich morgens öffne
- Zeigt meine Termine von heute
- Zeigt die Mails, die wirklich eine Antwort von mir brauchen
- Zeigt meine offenen Aufgaben
- Aktualisiert sich jeden Morgen automatisch

Bevor du anfängst: Stell mir erst die Fragen, die du brauchst, um das für mich passend zu bauen - zum Beispiel welchen Kalender und welches Mail-Programm ich nutze. Stell mir immer nur eine Frage auf einmal und warte auf meine Antwort.

Danach führe mich Schritt für Schritt durch den Aufbau. Sag mir bei jedem Schritt genau, was ich klicken oder einfügen muss, und warte, bis ich fertig bin, bevor du weitermachst.

Wichtig: Sag mir vorher, wenn ein Schritt riskant ist oder Geld kostet. Und pass auf, dass ich die Verbindung zu dir während des Aufbaus nicht verliere.

Bauplan 2: Dein zweites Gehirn

Was es macht: Eine Wissens-Sammlung, in die du einfach alles hineinwirfst – Verträge, Notizen, Angebote, Ideen, Protokolle. Deine KI liest mit und wird mit jedem Eintrag schlauer. Statt Dinge zu suchen, fragst du einfach nach.

Warum es sich lohnt: Das ist das System, das am stärksten wächst. Nach vier Wochen ist es nett. Nach einem halben Jahr willst du es nicht mehr hergeben, weil deine KI plötzlich deinen Kontext kennt und nicht mehr allgemein antwortet.

Ich möchte mir ein „zweites Gehirn" aufbauen: eine Wissens-Sammlung, in die ich alles aus meinem Business und meinem Alltag hineinwerfe und die meine KI mitlesen kann.

Erkläre mir alles so einfach wie möglich, als wäre ich in der 7. Klasse, und übernimm alles, was ich nicht selbst machen muss.

Das ist mir wichtig:
- Ich will Dinge einfach reinwerfen können, ohne vorher lange zu sortieren
- Es soll auf meinem eigenen Rechner liegen, nicht bei irgendeinem Anbieter
- Ich will es später durchsuchen und dich Fragen dazu stellen können
- Es soll auch dann noch funktionieren, wenn es sehr viel wird

Bevor du anfängst: Frag mich, was für Unterlagen bei mir überhaupt anfallen und wie ich heute damit umgehe. Stell mir immer nur eine Frage auf einmal.

Dann schlag mir eine einfache Ordner-Struktur vor, erklär mir die Logik dahinter in einem Satz, und richte sie mit mir gemeinsam ein.

Zum Schluss: Zeig mir an drei konkreten Beispielen aus meinem Alltag, wie ich sie benutze.

Bauplan 3: Dein persönlicher Assistent

Was es macht: Ein Assistent, der deine wiederkehrenden Aufgaben übernimmt. Meiner heißt Henry. Er bereitet meine Tage vor, räumt hinterher auf, schreibt Entwürfe und meldet sich, wenn etwas wichtig wird.

Warum es sich lohnt: Das ist der Punkt, an dem KI aufhört, ein Werkzeug zu sein, und anfängt, sich wie ein Mitarbeiter anzufühlen. Wichtig ist die Grundregel: Er darf lesen und vorbereiten – aber nichts nach außen schicken, ohne dass du es freigibst.

Ich möchte mir einen persönlichen KI-Assistenten einrichten, der meine wiederkehrenden Aufgaben übernimmt.

Erkläre mir alles so einfach wie möglich, als wäre ich in der 7. Klasse, und übernimm alles, was ich nicht selbst machen muss.

So soll er arbeiten:
- Er kennt mich, mein Business und meine Ziele
- Er übernimmt Routine: vorbereiten, sortieren, Entwürfe schreiben, erinnern
- Er darf NICHTS ohne meine Freigabe nach außen schicken - keine Mails, keine Nachrichten, keine Posts
- Er schreibt sich auf, was er gelernt hat, damit er nicht jedes Mal von vorn anfängt

Bevor du anfängst: Interviewe mich. Frag mich nach meinem Business, meinen typischen Wochen-Aufgaben und den Dingen, die mich am meisten Zeit kosten. Stell mir immer nur eine Frage auf einmal und warte auf meine Antwort.

Danach: Schreib mir aus meinen Antworten eine Datei, in der steht, wer ich bin, wie er arbeiten soll und was er auf keinen Fall tun darf.

Dann lass uns mit genau EINER Aufgabe anfangen, die er ab sofort für mich übernimmt. Schlag mir vor, welche sich am meisten lohnt.

Bauplan 4: Deine Content-Maschine

Was es macht: Aus einer Idee werden Posts, Skripte, Newsletter und Video-Konzepte. Nicht im Stil einer KI, sondern in deinem Stil – weil das System vorher gelernt hat, wie du schreibst.

Warum es sich lohnt: Reichweite ist für die meisten Selbstständigen der Engpass. Der Unterschied zu „schreib mir mal einen Post" liegt komplett im ersten Schritt: Du fütterst das System zuerst mit deinen eigenen besten Texten. Überspringst du das, klingt alles nach Standard-KI.

Ich möchte mir eine Content-Maschine bauen: Ich gebe eine Idee rein, und es kommen Posts, Skripte und Newsletter raus - in MEINEM Stil.

Erkläre mir alles so einfach wie möglich, als wäre ich in der 7. Klasse, und übernimm alles, was ich nicht selbst machen muss.

Wir gehen in dieser Reihenfolge vor:

Schritt 1: Ich gebe dir 5 bis 10 meiner eigenen Texte, die typisch für mich sind. Analysiere sie und schreib mir auf, wie ich schreibe: Satzlänge, Ansprache, typische Wörter, Humor, wie ich anfange und wie ich aufhöre. Zeig mir das Ergebnis und lass mich korrigieren.

Schritt 2: Frag mich, für wen ich schreibe und was diese Menschen von mir wollen.

Schritt 3: Bau aus beidem eine Datei, die du ab jetzt immer als Grundlage nimmst.

Schritt 4: Dann nimm eine Idee von mir und mach daraus: einen Instagram-Post, ein kurzes Video-Skript und einen Newsletter-Abschnitt.

Wichtig: Schreib nie glatt und allgemein. Lieber konkret, mit echten Beispielen, und so, wie ich tatsächlich rede.

Bauplan 5: Deine eigene Webseite

Was es macht: Deine Webseite gehört dir – und du änderst Texte, Preise und Design mit einem einzigen Satz. Kein Warten auf eine Agentur, keine Rechnung für das Ändern einer Zahl.

Warum es sich lohnt: Das ist der Bauplan, bei dem die Rechnung am eindeutigsten aufgeht. Eine kleine Änderung bei einer Agentur kostet dich schnell ein paar hundert Euro und zwei Wochen Wartezeit. Danach kostet sie dich einen Satz.

Ich möchte meine eigene Webseite haben, die ich danach selbst per Prompt ändern kann. Ich bin kein Programmierer.

Erkläre mir alles so einfach wie möglich, als wäre ich in der 7. Klasse, und übernimm alles, was ich nicht selbst machen muss.

Das ist mir wichtig:
- Sie soll schnell sein und auf dem Handy gut aussehen
- Ich will Texte, Preise und Farben später mit einem Satz ändern können, ohne dich lange zu erklären
- Sie soll mir gehören - ich will nicht monatlich für einen Baukasten zahlen
- Ich brauche Impressum und Datenschutz

Bevor du anfängst: Frag mich, was ich anbiete, wer meine Kunden sind und was Besucher auf der Seite tun sollen. Stell mir immer nur eine Frage auf einmal.

Dann bau mir eine erste Fassung, zeig sie mir, und wir verbessern sie gemeinsam in Runden.

Zum Schluss: Erklär mir in fünf einfachen Sätzen, wie ich sie ab jetzt selbst ändere - und schreib mir das in eine Datei, damit ich es nicht vergesse.

Die Reihenfolge, die ich dir empfehle

Wenn du alle fünf willst, bau sie nicht in der Reihenfolge dieser Seite, sondern in dieser:

  1. Zuerst das zweite Gehirn (Bauplan 2). Es ist die Grundlage für alles andere. Jedes weitere System wird besser, wenn deine KI schon weiß, wer du bist und was in deinem Business los ist.
  2. Dann das Dashboard (Bauplan 1). Schneller Erfolg, den du sofort jeden Morgen spürst. Das hält dich bei der Stange.
  3. Dann den Assistenten (Bauplan 3). Er greift auf dein zweites Gehirn zu – deshalb kommt er erst jetzt und nicht vorher.
  4. Dann die Content-Maschine (Bauplan 4), wenn Reichweite dein Engpass ist – oder die Webseite (Bauplan 5), wenn dich deine aktuelle Seite gerade Geld kostet.

Und die wichtigste Regel aus meiner eigenen Erfahrung: Ein fertiges System schlägt fünf angefangene. Nimm dir das erste vor, benutz es eine Woche lang wirklich, und fang erst dann mit dem nächsten an.

Häufige Fragen

Schaffe ich das wirklich an einem Wochenende?

Die erste laufende Version: ja, ein Wochenende pro System ist realistisch. Alle fünf an einem Wochenende: ehrlicherweise nein. Und noch wichtiger – „läuft" und „sitzt" sind zwei verschiedene Dinge. Nach dem Wochenende hast du etwas, das funktioniert. Bis es wirklich zu dir passt, justierst du je nach System noch zwei bis sechs Wochen nach. Deshalb steht bei jedem Bauplan oben der geschätzte Zeitaufwand.

Wenn du diese Wochen nicht investieren willst, ist das völlig legitim: In Premium und VIP bekommst du meine fertigen Setups – dann fällt der Feintuning-Teil weitgehend weg, weil er bei mir schon passiert ist.

Ich kann wirklich nicht programmieren. Reicht das?

Ja. In allen fünf Prompts steht bewusst drin, dass Claude dir alles erklären und übernehmen soll. Deine Aufgabe ist es, zu beschreiben, was du willst, und ehrlich zu sagen, wenn du etwas nicht verstehst. Genau dafür ist der Satz „erklär es mir wie einem Siebtklässler" in jedem Prompt.

Was, wenn Claude etwas baut, das nicht funktioniert?

Das passiert, und es ist normal. Sag ihm einfach, was du siehst – am besten wörtlich, inklusive Fehlermeldung. Beschreib, was du erwartet hast und was stattdessen passiert ist. In den allermeisten Fällen ist das nach zwei, drei Runden erledigt. Nicht aufgeben und neu anfangen, sondern beschreiben und weitermachen.

Sind meine Daten dabei sicher?

Bei Bauplan 2 und 3 liegen deine Unterlagen auf deinem eigenen Rechner, nicht bei einem fremden Anbieter – das ist einer der Gründe, warum ich es so baue. Für alles, was du an eine KI schickst, gilt trotzdem die einfache Faustregel: Entwürfe und Ideen gern, echte Mandanten- oder Patientendaten nur, wenn du genau weißt, wo sie landen.

Keine Lust, dir das alles selbst zusammenzubauen?

Verständlich 😄 In meiner kostenlosen Community kannst du jederzeit in einen bezahlten Plan (Premium oder VIP) upgraden – dann bekommst du meine fertigen Setups und Workflows (dieselben, mit denen meine eigenen KI-Agenten arbeiten), und Claude passt sie nur noch an dein Business an.

Und jetzt du

Such dir einen der fünf Baupläne aus – am besten den, bei dem du beim Lesen „das wäre was" gedacht hast. Kopier den Prompt, füg ihn bei Claude ein und beantworte die Fragen, die er dir stellt. Mehr ist es wirklich nicht.

Und wenn dein erstes System läuft: Schreib mir auf Instagram, welches es geworden ist. Ich freue mich ehrlich über jede Nachricht. ❤️

Und falls du beim Lesen gedacht hast „das will ich, aber nicht die Wochen Feintuning": Genau dafür gibt es Premium und VIP in meiner Community. Dort liegen alle fünf Systeme als fertiges Setup – inklusive der AI Business Engine für deine Webseite. Du lädst sie dir, Claude passt sie an dein Business an, und du sparst dir genau den Teil, der sonst am längsten dauert.

PS: Falls du über „Kommentiere BAUPLAN“ hierher gekommen bist – die DM kam von meinem selbstgebauten System. Wie du dir das baust, zeige ich dir in meiner kostenlosen Community: hier geht's direkt zum Video. 😉